Kategorie-Archiv: Pinot Noir

Pinot Noir auf der Versteigerung 2017 in Bad Kreuznach – neue Preisdimensionen

Die Schlagzeilen nach der Versteigerung waren mir schon auf der Veranstaltung in der Römerhalle klar.

Fast 700 Euro für eine Flasche Morstein “Felix” Spätburgunder aus dem nicht einfachen Jahrgang 2014.  Dazu ein Riesling Petthenthal GG 2016 aus dem roten Hang für über 300 Euro.

Das sind ungewohnte Preisregionen für trockene Weine aus Deutschland. Doch wir reden hier über Klaus Peter Keller, dessen Weine gerade auf der ganzen Welt zu Recht sehr gesucht sind.

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Daneben gingen hervorragende Weine wie der trockene  ”Auf der Ley” Riesling GG von Emrich-Schönleber oder ein  feinsinniger Mönchberg Spätburgunder 2015 von Jean Stodden  fast ein bisschen unter.

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Fast schade, denn es lohnte sich in Bad Kreuznach die ganze Runde zu drehen. Die Qualität ist bei Versteigerungsweinen generell sehr gut und die Versteigerung ist kurzweilig moderiert und hervorragend organisiert, Danke an den VDP Nahe. Da kann ich nur jedem empfehlen, nächstes Jahr einmal dabei zu sein und mitzusteigern.

Doch zurück zum Morstein und Klaus Peter Keller. Ich hätte nicht gedacht, dass man in 2014 einen so guten Pinot Noir in Deutschland hinbekommt. Da muss man im Weinberg und Keller schon alles richtig gemacht haben, denn  die Rebsorte verzeiht schon in leichteren  Jahren als 2014 keine Fehler. Sehr gute Struktur und viel Potential.

700 Euro sind ein stolzer Preis, jedenfalls sind wir derartige Preise für Spätburgunder aus Deutschland noch nicht gewohnt. In Burgund kosten die Top Weine von DRC und Leroy schnell einmal über 1000 Euro. Dort kann man über Jahrzehnte nachverfolgen, wie die Weine sich entwickelt haben und das ist einer der preisbildenden Faktoren.

Dem Morstein traue ich einiges zu in Sachen Entwicklungsperspektive, hergeleitet aus der Tanninstruktur und der stimmigen Säure, auch die Farbe spricht für sich. Wie er sich aromatisch entwickelt muss man schauen, zur Zeit zeigt er viele Schattierungen, die an Kirschen erinnern. Das ganze aber mehrdimensional. Das Holz ist sehr gut eingebunden.

Die Kellers sind damit in burgundische Preis-Regionen und das Segment der Ultra-Premium und Icon Weine vorgedrungen. Das hat im Segment “Pinot Noir aus Deutschland” trotz vieler guter Verkostungsergebnisse noch keiner in den letzen Jahren geschafft. Chapeau!

Das sind auch gute Nachrichten für den deutschen Pinot Noir im Allgemeinen, weil er so mehr Aufmerksamkeit weltweit bekommt.

Wer nicht zum Zuge gekommen ist, dem sei ein Blick auf den Frauenberg Spätburgunder von Klaus Peter Keller aus 2015 angeraten. Mit ein bisschen Glück gibt es den noch zu kaufen und für mich ist 2015 ein besonders gutes Pinot Noir Jahr in Deutschland.

Hoffentlich kommen  nächstes Jahr auch ein paar Flaschen Morstein 2015  in die Versteigerung. Den wird man wahrscheinlich nicht bezahlen können, aber er könnte alles in den Schatten stellen. Es bleibt spannend.

Pinot Noir – Kiwis und Aussies gegen Chambertin & Co.

Ich liebe guten Pinot Noir. Das Problem an dieser Leidenschaft ist nur, dass die Exemplare aus Burgund immer teurer werden. Da liegt es doch nahe sich immer mal wieder in der Weinwelt umzuschauen, ob es nicht Alternativen gibt.

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Eine Reise nach Australien und Neuseeland habe ich deshalb genutzt um einige Weingüter zu besuchen und  jede Menge Pinot Noir zu probieren. Dabei war ich in Central Otago (NZ) und in einigen cool climate Regionen in Australien unterwegs (Tasmanien, Yarra Valley, Mornington Peninsula und Geelong).

Von Rudi Bauer im Central Otago und Timo Mayer im Yarra Valley habe ich dabei am meisten gelernt. Beides tolle Winzer, aber auch sehr herzliche Menschen bei denen ich mich für Ihre Offenheit und Gastfreundschaft bedanken möchte. Beide Weingüter werde ich noch auf meinem Blog www.wein-research.com portraitieren.

Man kann natürlich nicht unbegrenzt Flaschen mit nach Europa  nehmen und so hieß es vort Ort eine Auswahl zu treffen und den Rest der Flaschen bei der australischen Verwandtschaft einzukellern.

Natürlich hat das probieren von so jungen Pinot Noirs und das Erkennen ihres Potentials auch seine Herausforderungen, zeigen sie doch erst nach ein paar Jahren was wirklich in Ihnen steckt.

Deshalb war ich froh, dass so viele Weinliebhaber mit reichem Erfahrungsschatz meiner Einladung gefolgt waren. Bei allen Teilnehmern möchte ich mich dann auch noch einmal für die tollen mitgebrachten Flaschen bedanken. Ihr habt diese Probe erst möglich gemacht.

Folgende Weine waren dabei.

Für Deutschland ging ein Centrgrafenberg GG aus 2015 an den Start, der sich, obwohl gerade erst gefüllt, sehr gut geschlagen hat und jede Menge Potential zeigt. (Danke an Sebastian Fürst für die Fassprobe). Die „kleineren“ Pinots von Huber und Keller wurden beim Essen offen getrunken, alle anderen Weine wurden dann „blind“ ausgeschenkt.

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Die USA waren durch Kistler vertreten.

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Burgund hatte gleich mehrere Vertreter, zum Teil auch schon mit etwas Reife.

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Italien, hatte einen Exoten und einen Projektwein von Girlan am Start.

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Österreich ging mit zwei Weinen ins Rennen und die Schweiz schickte die Bündner Herrschaft ins Match.

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Zum Schluss betrat die Gastgebermannschaft das Stadion.

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Nach jedem Wein haben wir in lockerer Runde diskutiert und dabei bewusst auf Punkte verzichtet. Es gab beim Aufdecken so manche Überraschung und viele lustige Kommentare.

Die Entdeckung des Abends war sicher der close planted Pinot Noir von Timo Mayer, er war der beste Vertreter der neuen Welt, da waren sich alle einig. Während viele Weine die für die neue Welt typische „Süsse“ nicht ganz vermeiden können, ist Timos Wein herrlich fein und ausbalanciert, ein Meisterwerk der Natur. Denn Timo macht im Keller nichts und das ist wörtlich zu nehmen. Hier spricht dann wirklich mal das Terroir. Mehr dazu bald auf meinem Blog.
Der Sinapius wurde 2015 mit 100% whole cluster vinifiziert, die zur Zeit sehr deutlich schmeckmar sind. Der Jahrgang 2016 hat nur noch 80% und 2017 wird ganz entrappt. Vaughn Dell ist ein mutiger Winzer, den ich weiter beobachten werde. High densitiy planting, 12 Klone gemischt gepflanzt, 400 Gramm Ertrag pro Stock, eine der kühlsten Lagen in Tasmanien, das könnte richtig spannend werden.

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Die anderen Übersee Vertreter waren gut, aber den meisten doch ein wenig zu sehr von der Frucht getragen, ohne beim Thema Komplexität und Länge mit den Burgundern wirklich mithalten zu können. Allerdings stehen hier einige Jahrzehnte Erfahrung mit den Lagen gegen das know how von Burgund und die Winzer in Neuseeland und Australien lernen schnell, wir können also gespannt sein auf die nächsten Jahre.

Die Burgunder waren dann auf sehr gutem Niveau. Besonders überraschen konnte der Village Wein von Hudelot Baillet, der mit seiner Struktur und Komplexität auf Premier Cru Level war. Wie jeder weiß ist Burgund allerdings ein Minenfeld und auch dort ist nicht alles gut. Die Vertreter der Probe waren mit Kennerhand selektiert.

Fred Loimer’s Pinot Noir gehört in Österreichs Spitze, Studach konnte mit dem 2015er nicht wirklich überzeugen, zu warm, zu viele Gewürze,  die 100 Cases waren sehr auf der Holzseite.

Kistler und Girlan waren für einen Pinot einfach viel zu mächtig und konzentriert, ein barocker Stil für die Rebsorte, der nicht mehr viele Anhänger hat.

Fürst’s Centgrafenberg 2015 ist schlank und sehr ausbalanciert mit viel Potential, den muss man im Auge behalten.

„Also nicht’s Neues – Burgund ist einfach eine Bank“ könnte man das Ergebnis kurz zusammenfassen

Könnte man! Doch muss man natürlich auch schauen was die Flaschen kosten. Im Burgund wird die 100 Euro Marke für eine Flasche ganz schnell überschritten und die absoluten Tops von Leroy und der Domain sind fast unbezahlbar In Australien und Neuseeland liegen die Preise meistens deutlich darunter.

Pinot Noir 2015 in Deutschland – Preview GG’s vom Weingut Rudolf Fürst als Fassprobe

Im Herbst 2016 hatte ich mir auf dem Weingut Rudolf Fürst einen Tag lang die Spätburgunder Ernte und Vinifikation angeschaut.

http://www.wein-research.com/?p=796

Wir haben jetzt Mitte März 2017 und die Weine aus den unterschiedlichen GG-Lagen (Centgrafenberg, Schlossberg und Hundsrück) sind inzwischen in ihren Barrique Fässern zur weiteren Entwicklung angekommen.

Fassproben sind natürlich immer nur eine Momentaufnahme, auf der anderen Seite aber auch richtig spannend.

Einen Aufenthalt in der Nähe von Bürgstadt habe ich deshalb genutzt auf dem Weingut vorbei zu schauen.  Herzlichen Dank an Sebastian Fürst, der sich morgens um 7:30 Uhr extra für mich Zeit genommen hat. Wir starten mit dem Jahrgang 2015, der in einigen Wohen gefüllt wird.

Als ersten Wein füllt mir Sebastian Fürst den Centgrafenberg R ins Glas, der mit viel Kraft loslegt, dabei aber eine tolle Balance zeigt. Dunkle Früchte prägen den Wein und im Abgang ist er sehr lang, das Holz perfekt integirert. Am liebsten würde ich das Fass  gleich zu meinen Kombi rollen, so gut gefällt mir der Wein. (Am Ende des Berichtes gibtr es ein Update zum Wein)

Der Schlossberg in der Frucht dann zurückhaltender mit mehr Gewürznoten und auch eher rot- als schwarzfruchtig. Das liegt einerseits wahrscheinlich an den Klonen die dort stehen. Hier wurde aber auch ein größerer Anteil nicht entrappter Trauben verwendet. Mit noch mehr Finesse dann der Hundsrück, eine Mischung aus deutschen und französischen Klonen, sehr fein und ausbalanciert mit zurückhaltender Frucht und präzisen Gewürznoten, ein Wein der lange nachhallt.

2015 zeigt generell eine lebendige und frische gut integrierte Säure, da lohnt es sich rechtzeitig dran zu sein, ein sehr starker Jahrgang.

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Der 2016er Jahrgang wirkt generell kühler von der Stilistik mit etwas weniger Frucht als 2015 im direkten Vergleich und erinnert ein bisschen an 2013. In der Momentaufnahme hat mir an diesem Tag der Schlossberg mit seinen zarten Sauer-Kirschnoten am besten gefallen.  Hundrück und Centgrafenberg sind noch sehr verschlossen, da möchte ich gerne in ein paar Monaten noch mal schauen. Ich freue mich deshalb schon auf den nächsten Besuch.

P.s.: kurzer Nachtrag nach der Jahrgangspräsentation am 24 Juni 2017…Die Weine sind inzwischen gefüllt, zeigen sich aber noch etwas unruhig. Der Centrgrafenberg präsentierte sich von der Frucht und im Körper viel leichter als vom Fass. Zurzeit überwiegen da die würzigen Aromen. Favorit war der Hundsrück an diesem Tag.

Weine und Sterne 2016 – ein kulinarischer Rückblick mit vielen Höhen und einigen Tälern

Meine Köche des Jahres, damit will ich anfangen ,hatten 3 Sterne, 1 Stern und “keinen” Stern, als ich dort war. Persönlich finde ich jedoch das alle 3 Restaurants eine Reise wert sind.

Was mal wieder beweist, dass der Michelin zwar ein guter Ratgeber ist, aber junge Köche erst einmal viel Zeit brauchen, bis sie im Michelin bei 2 oder 3 Sternen ankommen. Soviel Einleitung muss sein…

Hier sind sie! Meine ganz persönlichen Stars 2016:

Felix Schneider, Cornelius Speinle und Rasmus Kofoed. Das Lob geht natürlich an die ganze Mannschaft  in den Restaurants: So Sein, Dreizehn Sinne und Geranium.

Einige werden sich jetzt fragen warum ich gerade diese 3 Restaurants ausgesucht habe. Dazu muss man wissen was mir persönlich wichtig ist, wenn ich ein Restaurant besuche.

Erst einmal möchte ich lecker essen, richtig lecker, so dass es mich am besten richtig vom Hocker haut. Dabei ist es mir egal, ob die Gerichte klassisch gekocht sind oder modern. Mir geht es viel mehr darum, dass ich meinen Kopf abschalten kann und nicht anfange zu analysieren, was mir fehlt oder ich persönlich anders gemacht hätte. Das klingt arrogant, aber nach 25 Jahren Jahren Gourmetküche habe ich halt doch das ein oder andere schon erlebt, gegessen oder selber gekocht. Wenn mich dann Köche mit ihren Gerichten vom Hocker reissen, finde ich das jedes Mal wieder beeindruckend.

Alle 3 kochen erst einmal phantastisch.

Dann sind diese 3 auch sehr kreativ und entwickeln neue Gerichte, die sehr innovativ sind. Sie achten auf sehr hohe Produktqualität und verfügen über ein großes Wissen was Produkte, Kochtechniken, Aromen und Kombinationen  anbelangt. Sie verzichten auf Überflüssiges, das nur der Show dient.

Die Getränkeauswahl zu den Gerichten war bei allen 3en in meinen Augen sehr gut. Die Saftauswahl im SoSein möchte ich dabei besonders hervorheben.

Der Service bei allen 3 war herzlich und absolut professionell, dabei aber immer angenehm locker.

Die Atmosphäre, Design und Räumlichkeiten fand ich auch klasse. Das fängt bei Geschirr und Besteck an und hört bei der Akustik im Restaurant auf.

Das sind hohe Ansprüche und natürlich bin ich nicht immer so streng, wir reden aber auch über die Highlights des Jahres und da muss es a la Sergio Herman schon fucking perfect sein in allen Belangen.

Da reicht es mir bei weitem nicht, wenn auf einem Hering oder Pieter Stockmans Teller ein im von mir wenig geliebten Sous Vide verfahren gegartes Stück Fleisch aus dem Rungis Express Sortiment nett angerichtet wird.

Auch asiatische Aromen, Tupfer, Cremes und Gels haben Überhand genommen und der Unterschied zwischen einem Green Egg in klein und groß ist nun mal recht groß, was das Ergebnis angelangt.

Natürlich gab es auch einzelne Gerichte die mir besonders gut gefallen haben. Helmut Thieltges konnte zum Beispiel mit einem Fischgang punkten.

Leider konnte das Sonora im Service überhaupt nicht punkten, ich habe mich selten so unwohl gefühlt wie dort. Die klassische Küche ist aber immer noch eine Reise wert.

Doch zurück zum Positiven.

Christian Bau hatte ein Spargelgericht gekocht, dass ich so lecker fand, dass ich es 5 Mal nachgekocht habe. Perl ist dann für mich auch immer eine Reise wert und das Menü mit Sergio Herman und Nick Bril gehörte auch zu den Höhepunkten des Jahres.

Bollinger

Als Wein-Begeisterter und auf meinem Weg zum Master of Wine achte ich natürlich immer auch auf die ausgesuchten Weine.

Hier überzeugten mich die beiden Sommeliers im Steirereck am meisten. Der alte Hase Adi Schmid und Nachwuchs Star René Antrag arbeiten perfekt zusammen.

Innovative Idee wie ein Sherry zum Reh oder ein Grüner Veltliner als klassisches Element in der Weinauswahl konnten begeistern.

Justin Leone, Stephane Thuriot und Alex Koblinger lagen bei Ihren Selektionen auch immer richtig und glänzten mir Ihrem Geschmack und ihrem breitem und fundiertem Wissen der Weinwelt.

Weinbegleitungen, die inzwischen viel gängiger als früher sind, sind leider nicht unbedingt besser geworden. Häufig werden da auch Alt Bestände aus dem Keller entsorgt oder Weine mit zu niedriger Grundqualität eingebaut. Ab einem gewissen Preis finde ich das nicht mehr OK. Dann müssen halt mehrere Weinbegleitungen zur Auswahl gestellt werden, von Einstieg bis Premium, dann kann ich mir das als Gast aussuchen. Das gab es vor 10 Jahren im Fat Duck schon und im Geranium macht man das heute auch so.

Im 2 und 3 Sterne Bereich möchte ich jedenfalls bei Weinbegleitungen für 100 Euro und mehr keinen mittelmässigen Guts-Riesling haben, da muß schon der gut ausgesuchte Ortswein oder das GG dabei sein, nur um mal ein Beispiel zu nennen.

Ich habe auch wenig Verständnis dafür, wenn ich in einem 3 Sterne Restaurant nicht die Möglichkeit habe, Top Weine Glasweise per Coravin zu bekommen, wenn kein brauchbares Offen-Angebot zur Verfügung steht. Hier sind das Tantris und das Geranium gute Beispiele, wo das problemlos geht und ich zum fairen Preis Top Weine geniessen kann.

Ein Rätsel habe ich mir für den Schluss aufgehoben.

Warum werden immer noch so selten Sherry, Säfte, Biere oder Sake in die Weinbegleitungen eingebaut ? Aber vielleicht passiert das ja im Jahr 2017

Welche Erkenntnisse gab es an an der Weinfront. Leider die triviale Erkenntnis, dass richtig gute Weine viel, teilweise sogar sehr viel Geld kosten. 2016 war das Jahr, um endlich einige Klassiker zu trinken und das zum Teil aus besonders guten Jahrgängen.

Mein Pinot Noir und Chardonnay Highlight kam von Lalou Bize Leroy. Dahinter dann Pinot Noir von DRC, Richebourg 1995 und 1951. Der beste Riesling war der C.O. 2010 von H.O. Spanier, die beste Riesling Auslese war die Versteigerungs Lange Goldkapsel 2015 von JJ Prüm. Edelsüße Tokays haben mich mehrere begeistert.

Die besten Cabernet‘s waren ein Lafite 1929 und ein Latour 1955. Interessant zu wissen das 1982 noch viel zu jung war und ich auch nicht daran glaube, dass der die mangelnde Komplexität noch bekommt, Parker hin oder her. Erkenntnis daraus: die meisten Weine werden viel zu jung getrunken, das gilt nicht nur für Cabernet Sauvignon.

1942 Rioja war deshalb auch mein Rotwein des Jahres, ein Wein der erst 1983 gefüllt worden ist.

Petrus 1999 fand ich lecker aber nicht mehr, mir persönlich zu eindimensional.

Cornas 2010 von August Clape war zusammen mit La Chapelle 1978 mein Lieblings Syrah.

Im Champagner Bereich gab es mehrere Favoriten: Sellose, Krug und Bollinger Vieilles Vignes Francaises haben mir am besten gefallen.

Pinot Noir – Teil 4 – Ernte 2016 im Weingut Rudolf Fürst

„Grau is alle Theorie – entscheidend is auf’m Platz“

Das schöne Zitat von Adi Preißler passt nicht nur wunderbar zum Fussball, ich finde in der Welt der guten Weine ist es mindestens genauso gültig. Deshalb habe ich mich Ende September 2016 auf den Weg gemacht, Sebastian Fürst bei der Ernte einen Tag über die Schulter zu schauen.

Eines ist mir an diesem Tage besonders klar geworden: Das ein großer Wein nur entstehen kann, wenn im Weinberg äusserst sorgfältig gearbeitet wird und wenn der Winzer ein Gefühl für seine Reben hat.

Die Arbeit im Weinberg ist mit viel Fleiss und Aufwand verbunden. Die  Wirtschaftsweise der Fürsts ist aufwändig, aber das sieht und spürt man finde ich. Auch wenn ich kein Fachmann bin, ist mir der gute und lebendige Boden aufgefallen.

IMG_0621Auch eine gute Laubwandarbeit ist wichtig. Dabei geht es nicht nur um das Laubwand-Frucht Verhältnis, auch die Beschattung der Trauben ist zu bedenken. Hier gibt es beim Freistellen der Trauben unterschiedliche Varianten. Das geht vom kompletten Entblättern bis zum gezielten stehen lassen einiger Blätter, damit die Trauben keinen Sonnenbrand bekommen, aber trotzdem gut belüftet werden.

Durch die stabile Wetterlage der letzten Wochen konnten die Trauben auch sehr gut ausreifen, dabei hatte das Jahr 2016 ja so schwierig angefangen.

Weil ich wissen wollte, wie Beeren und Kerne schmecken, habe ich einige probiert. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber ich finde man schmeckt den Unterschied zwischen deutschen und französischen Klonen.

Man merkt auch beim zerkauen der Kerne welche unreif, reif und überreif sind. Bei den Unreifen schmeckt es einfach viel zu grün, bei den sehr reifen Beeren fehlt die Spannung.

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Das dürfte sich, so würde ich mal mutmaßen auf den späteren Wein übertragen. Da ist dann wohl eine echte Gratwanderung, den richtigen Erntezeitpunkt für die einzelnen Lagen festzulegen.

Die folgenden Bilder sind im Hundsrück aufgenommen. In diese Lage habe ich mich verliebt, sie hat etwas Majestätisches und strahlt eine große Ruhe auf mich aus. Ich bin vor Sonnenaufgang aufgestanden um dort einen Spaziergang zu machen.

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Am Vorabend durfte ich sogar im Keller zuschauen und verschiedene Stufen des gärenden Mostes probieren. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei der Familie Fürst und allen Mitarbeitern des Weingutes für die tolle Unterstützung bedanken.

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Pinot Noir – Teil 2 – Weingut Rudolf Fürst

Wir haben ziemlich großes Glück hier in Deutschland was Pinot Noir anbelangt. Das ist vielen noch immer nicht wirklich bewußt.

Denn es gibt einige deutsche Winzer,  die bei internationalen Pinot Noir-Verkostungen immer wieder unter den Besten landen und deren Weine noch bezahlbar sind.

Pinot Noir hat natürlich immer seinen Preis, erfordert er doch strengste Selektion der Trauben im Weinberg und kompromissloses Qualitätsstreben im Keller, short cuts gibt es nicht.

Deshalb muss man auch unterscheiden zwischen leckeren Einstiegs Spätburgundern um die 15-20 Euro  und den jeweiligen Top Weinen der Winzer, die bei ca. 50 Euro anfangen. In Burgund ist das Preisgefüge ein ganz anderes, die Top Liga ist dort nicht unter 150 Euro zu haben und die Domaine oder Frau Leroy sind im Handel schnell mal vierstellig.

Mich überzeugen in Deutschland  die Pinot Noir’s der Familie Fürst seit vielen Jahren.

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Pinot Noir verzeiht keine Fehler, das wissen wir alle. Versucht der Winzer irgendwo in der Kette von der austreibenden Rebe im Frühjahr bis zum Abfüllen des Weines einen Kompromiss zu machen, wird man das später schmecken. Deshalb gibt es ja auch so wenige Spitzen Pinot’s. Eines ist für mich sicher, das Terroir für Pinot Noir haben wir hier in Deutschland und zum Glück waren viele deutsche Winzer clever genug auf eine gute Selection Masalle zu setzen und nicht den Fehler vieler kalifornischer und neuseeländischer Winzer zu machen, die es mit reinsortigen Klonen versucht haben. So kommt Komplexität in den Wein.

Die Fürst’s haben 3 Spätburgunderlagen: Hundsrück, Schlossberg und Centgrafenberg. In allen Lagen steht eine Mischung aus deutschen und burgundischen Klonen, Neuanpflanzungen und Ersatz für alte Reben werden eher mit französischen Klonen durchgefüht. Die meisten Reben sind im besten Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Wir befinden uns in Franken, dass heißt gemäßigtes bis kühles Kontinental-Klima mit  kühlen Nächten, die dem Wein ein gutes Säurerückrad verleihen. Durch den Klimawandel reifen die Trauben regelmäßig voll aus. Die Unterschiede zwischen den Lagen sind deutlich schmeckbar und jeder wird hier seinen persönlichen Favoriten finden. Das ist ja gerade die Kunst, das Terroir zu interpretieren und schmeckbar zu machen.

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Mindestens 50 Prozent der Ernte werden als ganze Trauben vergoren, weil Sebastin Fürst die “minzige” Frische der Kämme im Wein haben möchte. Das hat auch den Vorteil, für eine sehr gute Alterungsfähigkeit zu sorgen. Noch entscheidender als ohnehin schon, ist hier der richtige Lesezeitpunkt, ansonsten wäre der Geschmack der Kämme zu grün.

Bei der Kaltmazeration wird sehr vorsichtig vorgegangen, nicht zu lange, nicht zu kalt – “weniger ist hier mehr”, könnte man das auf den Punkt bringen. Nach der Fermentation und Mazeration und dem Zufügen des schonend erzeugten Pressweins kommen die Weine für einige Monate in Barrique Fässer.

Dabei arbeitet er mit mehreren französischen Fasslieferanten der Top-Liga zusammen. Ich wusste vorher zum Beispiel gar nicht, dass es eine Exklusiv-Serie von Francois Freres gibt, wo das Holz 36 Monate an der Luft lagert. Das macht den Einfluss des Holzes deutlich sanfter.

http://www.francoisfreres.com/ang/produit.html

Das Toasting der Fässer bewegt sich meist im Medium-Bereich und es wird eine Mischung aus alten und neuen Fässern verwendet. Das Holz soll schliesslich nicht schmeckbar sein, sondern Struktur und Haltbarkeit schaffen.

Zum Abfüllen sucht Sebastian Fürst dann die besten Fässer heraus und entscheidet über die endgültige Zusammensteillung der jeweiligen Lagenweine.

Nachdem ich die Jahrgänge 2014 und 2015 als Fassproben schon probieren durfte kann ich nur sagen:  Da kann man sich jetzt schon drauf freuen.

Besonders aufgefallen ist mir die Balance, Eleganz und Finesse der Weine. Da treffen Talent, Fleiß und Bauchgefühl zusammen. Es gibt soviel Stellschrauben und Abzweige die man nehmen kann , möchte man einen wirklich großen Pinot erschaffen – die Fürst’s bekommen es hin.

 

 

 

 

Pinot Noir – Teil 3 – Vorsprung durch Technik oder gute alte Zeit?

Ich liebe es in geselliger Runde die große bunte Welt der Pinot Noirs zu erkunden. Meistens läuft das etwas unsystematisch und geht eher nach dem Motto, schmeckt mir großartig oder viel Geld für wenig Wein. Pinot Noir ist schließlich manchmal auch ein Minenfeld, wo eine gute Orientierung gefragt ist.

Martin Kössler von der Weinhalle in Nürberg und Christin Baumeister von Weinerleben hatten die Idee,  Anspruch und Struktur in eine weltweite Pinot Noir Probe zu brigen. Da musste ich natürlich dabei sein. Wie schmecken eigentlich unterschiedliche Klone und die verschiedenen Techniken im Keller (zum Beispiel Kaltmazeration, Whole Cluster Einsatz, Maceration Carbonique, Hefekontakt, Fasseinsatz, etc.)

Das war richtig spannend und hat jede Menge Spaß gemacht. So erstaunlich das klingt,  die Unterschiede waren deutlich zu schmecken und auch wenn man dabei bestimmt nicht immer richtig liegt, nach dem Verkosten kann man jetzt vorsichtig Rückschlüsse ziehen, wie der Wein wohl entstanden ist.

Die folgenden Weine waren dabei:

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Ich habe mich dann nach der Probe gefragt, wie wohl die einzelnen Techniken entstanden sind und da lohnt ein Blick in die Geschichte des Pinot Noirs in Burgund.

Schaut man sich hier einmal an, wie Pinot Noir früher gemacht wurde, so fanden sich in den Weinbergen eine Mischung verschiedener Klone mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die waren natürlich nicht alle gleich ertragsstark oder resistent gegen Krankheiten, dürften aber durchaus unterschiedliche Geschmacksprofile gehabt haben, so dass eine interessante Mischung garantiert war.

Der heutige Versuch mit reinsortigen Klonen zu arbeiten führt manchmal zu etwas Eintönigkeit im Geschmack ist mein Eindruck und je variantenreicher die Klone sind, vorausgesetzt sie sind qualitativ hochwertig, desto interessanter wird der spätere Wein.

Nach der Lese dauerte es in den kalten Kellern von Burgund eine Zeit bis die Gärung durch natürliche Hefen startete. Eine Form der nicht kontrollierten Kaltmazeration. Dieses Stilmittel wird heute leider vielfach überstrapaziert, indem man versucht durch Kalt-Mazeration Farbe und Frucht zu extrahieren.

Wurden ganze Trauben in das Gärfass gegeben, so kam es auf natürliche Weise zu einer teilweisen Maceration Carbonique und auch die Rappen konnten sich strukturell auswirken, in unreifen Jahren allerdings dann auch enentuell zum geschmacklichen Nachteil.

Beim Presswein wurde wahrscheinlich nicht die selbe Vorsicht walten lassen wie heute und dies könnte zu manchen Bitteraromen geführt haben.

Teilweise blieb der Wein bewusst oder unbewusst längere Zeit auf der Hefe liegen, auch dies hat geschmacklichen Einfluß. Beim späteren reifen im Fass wurden wahrscheinlich die Fässer eingesetzt, die gerade zur Verfügung standen, eine Mischung aus alt und neu und vielleicht auch verschiedenen Toasting Graden.

Die Weine waren nicht so berechenbar wie heute, aber es wird von Erzeugern mit gutem Wissen und Bauchgefühl bestimmt viele interessante Weine gegeben haben.

In der Neuzeit gab es dann die Phase der Technikgläubigkeit mit der Idee, alle Abläufe kontrolliert zu steuern, angefangen im Weinberg mit reinsortigen Klonen auf optimierten Wurzelstöcken. Im Keller dann gezielte Kalt-Mazeration von vorher entrappten und selektierten Beeren. Reinzuchthefen, Enzyme, Temperatursteuerung, das frühe Abziehen von der Hefe, gezielte Fassauswahl und späteres Verschneiden. Das Ergebnis waren technisch einwandfreie aber leider häufig auch etwas langweilige Weine.

Jetzt besinnt man sich wieder auf altes überliefertes  Wissen und versucht altes Know-How und neues Wissen zu kombinieren. Der Winzer versucht möglichst wenig einzugreifen in der Weinbereitung. Der Focus liegt darin, im Weinberg optimale Voraussetzungen zu schaffen, zum Beispiel durch eine biologische Bewirtschaftung.  Dazu kommt  das Wissen über Klone, Erziehungssysteme, Laubarbeit und Schnittechniken . Das Ergebnis sind gesunde und geschmacksintensive Trauben, wenn die Natur im jeweiligen Jahr mitspielt. Die Vorraussetzungen für einen großen Pinot Noir sind dann schon  mal gegeben. Im Keller entscheidet dann das know how und noch wichtiger das Fein- und Bauchgefühl des Winzers.

 

Pinot Noir – Teil 1 – Romana Echensperger MW über Deutschen Spätburgunder

Romana Echensperger MW, eine gute Freundin von mir hat vor einiger Zeit  einen wunderbaren Artikel über deutschen Spätburgunder geschrieben.

https://www.guildsomm.com/stay_current/features/b/weblog2/posts/pinot-noir-with-an-umlaut-german-sp-228-tburgunder

Damit möchte ich meine Serie über Pinot Noir starten. Es werden viele Berichte zu meiner Lieblings-Rebsorte folgen.

Die Serie wird von Winzern, Weinlagen, Ländern, Weinmaking und dem Zauber der schönsten Pinots handeln.

 

Pinot Noir with an Umlaut: German Spätburgunder

German Pinot Noir is a grotesque and ghastly wine that tastes akin to a defective, sweet, faded, diluted red Burgundy from an incompetent producer.
-Robert Parker, 2002.

Do you still have this picture in your mind when it comes to German Pinot Noir? Then it is time for an update, because even in 2002 our dear friend Mr. Robert Parker was out of date concerning German Pinot Noir.

The Spread of Spätburgunder

First of all, the acreage of Spätburgunder in Germany is rising. After France and the United States, Germany is the third largest producer of Pinot Noir in the world – ahead of New Zealand and Switzerland. Plantations of Pinot Noir in Germany have doubled since 1990 to 11,758 hectares today, and Spätburgunder is the third most-planted grape variety in Germany, after Riesling and Müller-Thurgau.

Pinot Noir in the World (2011)
France  26,337 ha
USA 15,802 ha
Germany 11,756 ha
New Zealand 4,650 ha
Switzerland 4,449 ha
Australia 4,254 ha
Italy 3,300 ha
Argentina 1,441 ha
Chile 1,382 ha
Austria 409 ha

 

Development of Pinot Noir Acreage in Germany
1964 1,839 ha
1979 3,573 ha
1991 6,449 ha
2000 9,255 ha
2009 11,733 ha
2011 11,756 ha

 

A little bit of history

Spätburgunder has a long tradition in German vineyards, especially in Baden where it was first documented in the year 884 at Lake Constance. The emperor Charles III, better known as “Charles the fat,” a great-grandchild of Charlemagne, brought the variety from Burgundy, where it is most probably native, to the south of Germany. In comparison, Riesling was first documented in Germany much later, in the year 1435. Furthermore, Pinot Noir was starting to become widely spread from the 15th century onwards, thanks to Cistercian monasteries like Kloster Eberbach.

German Clones – the key to a unique taste

Since Pinot Noir is a grape variety that is prone to mutation, it is not surprising that during the long history of growing in Germany a unique clonal selection of Pinot Noir took place. In the 1930s, the first clonal selections were made in Assmannshausen in the Rheingau. In those times, Pinot Noir was deemed to be a degenerated grape variety. The plants were infected with viruses and therefore yielding unreliably. The second wave of clonal selection came after the Second World War in the 1950s, with targets that mirrored the preoccupations of the age: must weight and yield were the most important parameters, resulting in high-yielding vines with high must weights, yet compact, so-called “standard” clones.

The “standard” clones are in several ways a negative thing. Pinot Noir is one of the grape varieties where yield really matters. While one can easily make great Cabernet Sauvignon with a yield of 50-60 hl/hectare, Pinot Noir is good only when less then 40 hl/hectare are harvested, and really great wines are made with about 30 hl/hectare. Furthermore, Pinot Noir is a thin-skinned grape variety. Since color and flavor are located in the skin, the big berries of the “standard” clones have a bad skin-to-pulp/juice ratio, and it is nearly impossible to make a structured wine out of those bunches. Furthermore, the compacted berries are more susceptible to botrytis. While noble rot is welcomed with Riesling, in red wine it is a disaster because the fungus develops an enzyme called laccase, which destroys all color. The only way to overcome the problem is to heat up the must (if one doesn’t want to have orange-colored wine after a few months). Nowadays, most of the growers who still have those clones in their vineyards divide the bunches after flowering. As a result, clusters grow longer and the berries are therefore less compacted. However, from the 1950s until the 1970s growers preferred high yields, and thermo-vinification was widely used. I assume Robert Parker tasted one of those German “reds” when he described German Pinot Noir as “grotesque and ghastly.”

Rot-susceptibility of those “standard” clones and the efforts of a new generation of wine growers to increase quality have led to research and selection of new clones. Today a plethora of German clones are registered, and the new generation of small and mixed-berried clones with loose bunches, like the Geisenheim “20-13 Gm” or the Freiburg “FR 1801,” are in favor. Equally popular is the planting of the famous French “Dijon” clones. Wine made from German Spätburgunder clones shows more upfront red fruit, with a hint of lovage, and some of these clones are known for keeping high acidity levels. Wine made from French clones, on the other hand, has a darker fruit expression in general and very often has an earthy aromatic core. It is important to know the history of Pinot Noir in Germany to understand why Spätburgunder very often tastes so typically German.

However, there is not ONE right clone and most of the growers prefer to plant a mix of clones. Furthermore, it became clear that the famous “Dijon” clones are not suited to warmer climates, such as the sub-region Kaiserstuhl in Baden. The “Dijon” clones were selected for many traits, most significantly their ability to ripen relatively early in the Côte d’Or. In some warmer sites this means a tendency towards a very rapid sugar accumulation. Here some German clones, such as the “Mariafeld” clones from Freiburg (like the FR 13L), are known to retain high acidity and have an advantage.

  
The so-called “standard” clone (left picture), developed in the 1950s, with the selection target of high must-weight and high yield. Big, compact bunches and therefore increased risk of botrytis infection was the result. On the right is an example of the latest clonal development in Germany: clone “Gm 20-13” from the research centre in Geisenheim, Rheingau. The selection target was more intense varietal character, more color, higher extract, lower yield as well as smaller and mixed berries within one cluster, so as to be less susceptible to rot.

Climate Change

Research at the famous Humboldt University in Berlin shows that average air temperature in Germany has increased with 1.4°C over the last 40 years. Red winemaking in this marginal climate is a new ball game.

Winemaking Techniques

Pioneers like Bernhard Huber from Baden or the Knipser brothers from the Pfalz region learned the secrets of Spätburgunder winemaking by trial and error, as well as through trips to Burgundy and discussions with the French Pinot Noir masters. The new generation of growers has self-evidently studied oenology and most of them have had the opportunity to do an internship abroad. Nowadays you rarely see thermo-vinification anymore (except perhaps in big-scale cooperatives). Most of the producers are mastering the art of Spätburgunder production from the vineyard to the cellar.

Widespread nowadays is the practice of pre-fermentation cold-maceration, aiding colour/aroma extraction for premium wines. Whole-bunch-fermentation was first adopted by pioneers like Rudolf Fürst (winery Paul Fürst / Franken) and is now practiced on a broader scale. This indicates better ripening due to climate change and better clonal selection, encouragement of intra-cellular fermentation for increased aromatics as well as tannin extraction for longevity and structure. On a very low scale must concentration (i.e. reverse osmosis) is used, although it was more prominent 15 years ago (experience shows that this was not supportive to the overall quality). However, since Pinot Noir is known to be anything but a “sugar factory” in the vineyard, chaptalisation is still widely used. Even high-class growers like Bernhard Huber admit, that they sometimes need an extra of a ½% alcohol to enforce balance and mouthfeel.

Whether it is the use of stems during fermentation, cold-maceration à la Henri Jayer, or the decision about which and how much new oak to use, today’s highly educated and experienced growers make reasoned decisions regarding the appropriate pathways to take through all the possible winemaking opportunities regarding Pinot Noir. Today they can better express their ideas of what high-quality Spätburgunder should be about.

Different Terroirs

While the famous Pinot Noirs of Burgundy stem from limestone soils of the Jurassic age, like the fossil-rich Bajocian found in the northern Côte de Nuits or the Argovian limestone more prone to erosion in the Côte de Beaune, Spätburgunder in Germany is planted on very different soils. Since the 1980s growers returned to the concept of terroir and away from the German quality classification wherein only sugar level counts.

Since Riesling mirrors terroir perfectly, Pinot Noir is the perfect completion as THE terroir-driven red grape for cool climates.

Below are a few examples of very good Pinot Noir terroirs in Germany:


                                                                                                                                                                                                   Copyright jancisrobinson.com

1: The Ahr Valley

With 548 hectares, the Ahr Valley is one of the smallest wine regions in Germany. Although it is one of the northernmost areas, 90% is planted with red varieties. With 60% of the vineyard area, Spätburgunder is the most important one. The preference for red varieties is due to the very sheltered microclimate and the soil type: the Ahr valley is a slate and graywacke canyon, protected from too much precipitation and wind by the Eifel ridge. Most of the terroirs in that region are based on slate and graywacke, which heat up easily and store heat. Only a few exceptions exist in the lower Ahr valley, between the villages Bad Neuenahr and Heimersheim, where deeper soils like loamy loess can be found. This terroir, combined with predominantly German clones, are responsible for a very distinctive character: upfront ripe, very cassis-like fruit mingled with smoky and flinty tones. Furthermore, the wines are very juicy, with smooth tannins but nevertheless holding ageing potential. The issue here is the strong domestic market due to the proximity of the wealthy metropolitan area around Cologne, and prices are therefore sometimes ridiculously high.

Best Producers: Jean Stodden, Meyer-Näkel, Adeneuer, and Deutzerhof

  
Single vineyard Pfarrwingert in the village Dernau (left picture) shows the typicity of the Ahr region: steep slopes with poor soils made of slate and greywacke. Meike Näkel of the winery Meyer-Näkel (right picture) makes textbook Ahr Spätburgunder known for an upfront, almost Cassis-like fruit expression.

2: Assmannshausen in the Rheingau

The village of Assmannshausen lies at the point where the river Rhine returns to its normal direction of flow from south to north. Pinot Noir has been cultivated in this area for more than 500 years. The south- and southwest-facing slope is made of predominantly slate, with loamy loess on the lower slope. Some of the growers are taking care of tradition, maturing their Pinot Noir wines in big old barrels and producing an overall lighter and filigreed red wine, while others like the famous August Kessler follow a more international stylebook by reducing their yields and using barriques for their best wines. Kesseler’s wines show immense ageing potential and very dense black fruit, underlined with freshness and spicy slate tones as well as a silky, elegant texture and long finish. He is in my opinion the best red wine producer in Assmannshausen.

3: Bürgstadt and Klingenberg in Franken

Around the village of Bürgstadt, one can find the single vineyards Centgrafenberg and Hundsrück, and around Klingenberg are the very steep slopes of the single vineyard Schlossberg. They all face south, and are composed of Trias sandstone with different levels of loam. The most shallow soils in each are planted with Pinot Noir. Of course, other wineries are located here too, but the most important one (available in various export markets) is Fürst. Paul Fürst has planted a mix of German and French clones in his vineyards and since he is one of THE Spätburgunder pioneers in Germany, he truly masters the art of winemaking. He was one of the first who used stems during fermentation. The wines are very often quite tight in their youth, but they develop a very complex, fragrant bouquet. While lighter and more reddish in color, the wines are precise, pristine and more restrained, with fresh red fruit character and floral and earthy notes, fresh but balanced acidity and structured, powerful but integrated tannins, with a tremendous aging potential.

   
When it comes down to German Pinot Noir, the wines from Paul Fürst (left picture) have a big role to play. He brought the villages Bürgstadt and Klingenberg onto the wine lists of the world. ). Bernhard Huber (right picture) is one of THE Pinot Noir pioneers. His vineyards in Breisgau are planted predominantly with French clones.

4: Southern Pfalz: The Villages of Birkweiler, Siebeldingen, and Schweigen

Here you find a plethora of great growers producing fabulous Pinot Noir grown on chalky soils. Warm microclimates, protected from winds by the Palatinate forest, are the secret behind vineyards like Kastanienbusch in Birkweiler, where Pinot Noir grows on the chalky parts. The same is true for Im Sonnenschein in Siebeldingen. The wines show a mineral impression with a more austere and firm tannin structure. The best wineries are the VDP members Ökonomierat Rebholz, Dr. Wehrheim, and the newcomer Gies-Düppel. Futher south, on the French border, is the village of Schweigen with its south-facing single vineyard Kammerberg, made of heavier, chalky marl soils. It produces full-bodied Pinots, with ripe dark fruits and rounded tannin structure. The best winery here is without doubt Friedrich Becker.

5: Breisgau sub-region in Baden: Malterdingen, Bombach, and Hecklingen

700 years ago, Cistercian monks brought Pinot Noir to this region, where yellowish limestone soils are prevalent. The sub-region Breisgau is a bit cooler then the sub-region Kaiserstuhl in the south, which results, together with its soil type, in pure and elegant wine styles. Bernhard Huber is the most important wine grower and he produces the perfect interpretation of this terroir. His wines are made in the best Burgundian tradition, where hidden power and elegance are key, as well as ethereal complexity, which you can only find in the best Pinot Noirs of the world.

  
The Kaiserstuhl (right picture), the famous sub-region in Baden, is based on an extinct volcano. Volcanic soils surface in the western parts around the villages Ihringen, Burkheim and Oberrotweil. In the northeast, around the villages Endingen or Königschaffhausen, loess is prevalent, brought by the easterly winds from the chalky alps during the ice age. The single vineyard Winklerberg in Ihringen (left picture) is supposed to be the hottest vineyard in Germany. Cacti grow on its summit. 

6: Kaiserstuhl sub-region in Baden

The Kaiserstuhl is the hottest wine-growing area in Germany, and for Spätburgunder mostly German clones are planted. Pinot Noirs from volcanic soils on the Kaiserstuhl are powerful with a rustic edge, and with very ripe red fruit mingled with herbaceous notes as well as with smokiness. The structure is powerful with sinewy tannins and a mineral impression. Some of the best growers are Dr. Heger, Salwey, Freiherr von Gleichenstein, and Bercher. Wines grown on loess soils are more elegant, juicy and less smoky. Some of the best growers on these soils include R. u. C. Schneider and Knab.

7: Markgräflerland sub-region in Baden: Efringen-Kirchen

The winery Ziereisen brought the Markgräflerland on stage. His vineyard Oelberg is located in the neighborhood of a stone quarry, and soils are made of Jurassic limestone, similar to what one finds in Burgundy. The vineyard is sheltered within a dell and planted with a mix of German, Swiss and French clones. His wines pair the elegance of Burgundy with the typical fruit expression of German Spätburgunder, combined with concentration and freshness. Hanspeter Ziereisen is a rising star, and when you taste his wines it is surprising that his parents were still focused on the other agricultural pursuits this region is known for.

  
A stone quarry in the neighborhood shows the Jurassic limestone soil in the area around the village Efringen-Kirchen (left picture). Hanspeter Ziereisen (right picture) is the Spätburgunder star. 

Conclusions

The tremendous increase in quality of German Pinot Noir has to do with several factors. Better clonal selection, knowing which clones are best suited for which single vineyard, high standards in education, a profound knowledge about viticultural and vinification techniques, climate change, and the return to the “terroir” idea (and away from sugar levels as the sole quality determinant), are driving a new classification of quality. But in the end it is the rising self-confidence of the growers that is responsible for Germany’s emergence: they no longer want to simply copy Burgundy and have started to define their own unique interpretations of German Pinot Noir. The target is to provide a distinctive contribution to the world of Pinot Noir and we are definitely on the right track.