Pinot Noir – Teil 4 – Ernte 2016 im Weingut Rudolf Fürst

„Grau is alle Theorie – entscheidend is auf’m Platz“

Das schöne Zitat von Adi Preißler passt nicht nur wunderbar zum Fussball, ich finde in der Welt der guten Weine ist es mindestens genauso gültig. Deshalb habe ich mich Ende September 2016 auf den Weg gemacht, Sebastian Fürst bei der Ernte einen Tag über die Schulter zu schauen.

Eines ist mir an diesem Tage besonders klar geworden: Das ein großer Wein nur entstehen kann, wenn im Weinberg äusserst sorgfältig gearbeitet wird und wenn der Winzer ein Gefühl für seine Reben hat.

Die Arbeit im Weinberg ist mit viel Fleiss und Aufwand verbunden. Die  Wirtschaftsweise der Fürsts ist aufwändig, aber das sieht und spürt man finde ich. Auch wenn ich kein Fachmann bin, ist mir der gute und lebendige Boden aufgefallen.

IMG_0621Auch eine gute Laubwandarbeit ist wichtig. Dabei geht es nicht nur um das Laubwand-Frucht Verhältnis, auch die Beschattung der Trauben ist zu bedenken. Hier gibt es beim Freistellen der Trauben unterschiedliche Varianten. Das geht vom kompletten Entblättern bis zum gezielten stehen lassen einiger Blätter, damit die Trauben keinen Sonnenbrand bekommen, aber trotzdem gut belüftet werden.

Durch die stabile Wetterlage der letzten Wochen konnten die Trauben auch sehr gut ausreifen, dabei hatte das Jahr 2016 ja so schwierig angefangen.

Weil ich wissen wollte, wie Beeren und Kerne schmecken, habe ich einige probiert. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber ich finde man schmeckt den Unterschied zwischen deutschen und französischen Klonen.

Man merkt auch beim zerkauen der Kerne welche unreif, reif und überreif sind. Bei den Unreifen schmeckt es einfach viel zu grün, bei den sehr reifen Beeren fehlt die Spannung.

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Das dürfte sich, so würde ich mal mutmaßen auf den späteren Wein übertragen. Da ist dann wohl eine echte Gratwanderung, den richtigen Erntezeitpunkt für die einzelnen Lagen festzulegen.

Die folgenden Bilder sind im Hundsrück aufgenommen. In diese Lage habe ich mich verliebt, sie hat etwas Majestätisches und strahlt eine große Ruhe auf mich aus. Ich bin vor Sonnenaufgang aufgestanden um dort einen Spaziergang zu machen.

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Am Vorabend durfte ich sogar im Keller zuschauen und verschiedene Stufen des gärenden Mostes probieren. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei der Familie Fürst und allen Mitarbeitern des Weingutes für die tolle Unterstützung bedanken.

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